Ben Tre Tour 29.01.26

Die meisten Touristen buchen unsere heutige Tour von Ho Chi Minh City aus und stehen in aller Herrgottsfrühe dafür auf. Uns holt um 10 Uhr der etwas lustlose Guide ab und das Boot liegt keine 30 m von unserem Hotel bereit.

Der Ben Tre Fluss ist mächtig breit und hat noch so viele Nebenarme. Dabei ist er selbst nur ein Verbindungsfluss von zwei Mekongarmen.

Um die 4 Stunden zu füllen wird man als erstes zu einer Ziegelei geschippert und bekommt im Schnelldurchlauf erklärt wie der Lehm gewalzt, geschnitten, getrocknet und zu guter Letzt im Hochofen gebrannt wird. Aha, da weiß ich ja jetzt Bescheid.

Ab jetzt wird es süß, viel zu süß für meinen Geschmack…wir starten mit der Kokosnuss zum Ausschlürfen, dann halten wir beim Kokosnuss Verarbeitungsstand an.

Angeblich schält dieser Mann täglich 1000 Kokosnüsse. Seine zehn Finger hat er noch.

Wenn ich den Berg hinter ihm sehe, hat er mindestens einen freien Tag in der Woche.

Die Kokosraspeln werden dann gekocht und zu klebrigen Bonbons und Keksen verarbeitet.

Mir ist schon bei der dritten Kostprobe schlecht.

Es ufert zu einer kleinen Kaffeefahrt aus mit vielen Kaufangeboten.

Wir bekommen Früchte und Jasmintee mit haufenweise Honig drin serviert. Ich lehne direkt ab. Im Hintergrund bauen sich dann Sänger und Musiker auf und spielen und singen für meine Ohren ganz furchtbar schrill. Wir haben offensichtlich die Weinprobe vorher verpasst, die die jedes Mal mitmachen.

Als wir gerade den Gesang verkraftet haben, hält das nächste Boot an und die Tagestouristen aus Ho Chi Minh stürmen die Platzfläche und das Spiel mit Honigtee, Früchten und Gesang beginnt von vorne.

Wieder an Board geht es in die kleineren Seitenkanäle und dann treiben wir unseren Guide zur Verzweiflung. Wir verweigern das Tuk Tuk und bestehen auf unsere Radtour. Drei klapprige, rostige Fahrräder sucht er aus dem Fahrradhaufen raus und wir fahren unterm Palmendach entlang.

Voll unser Ding und unser Guide wundert sich wohl, dass wir ihm förmlich am Schutzblech kleben.

Das hat uns heute am besten gefallen, obwohl die kleine Paddeltour auch schön war.

Aber die Geschichten, die mir am meisten in Erinnerung bleiben, sind die Begegnungen mit den freundlichen Menschen.

Ich wollte zwei Brote kaufen und halte 10.000 Dong hin, ich bekomme nur eins und reklamiere und hole den 100.000 Schein raus. Der andere Kunden auf seinem Roller, deutet auf meinen Hunderter und ich gebe ihn ihm, ich war überzeugt, dass er ihn wechseln wollte. Im Endeffekt bezahlt er von seinem Geld die Differenz zu dem geforderten Betrag für das 2. Brot und gibt mir den 100 er zurück .Manchmal ist es gut, wenn man wenigstens „Come on“ sagen kann, so klingt Danke auf vietnamesisch. Mein fassungsloses und dankbares Lächeln war ihm schon Dank genug. Er hat sich super gefreut.

Allein mit der Brotverkäuferin frage ich per Übersetzung App nach einer Apotheke. Sie nickt und steuert mich fern. Ich bewege mich immer von Bude zu Bude und warte auf ihr Zeichen, irgendwann wird das „Weitergehen-winken“ zum abbiegen und ich stehe vor der Apotheke.

Gleiches Spiel Übersetzung App und ich bekomme die geforderten Elektrolyte.  Die sind so günstig, dass ich meinen Einkauf verdoppele.

Abends sieht Ben Tre viel einladender aus mit dem vielen Blink Blink.

Auf dem Nachtmarkt kaufen wir 2 neue Gürtel und werden perfekt nur mit Pantomime bestens beraten. Die Gürtel werden auf die perfekte Größe geschnitten und uns eingefädelt. Die Verkäuferin bekommt einen Lachkrampf, als sie in der Tüte die alten Gürtel für uns einpacken will. Wir heben unsere T-Shirts und sie kann sehen, dass wir doppelt begürtelt sind

Da hat man sich gerade wieder an einen Ort gewöhnt, da geht es morgen schon wieder weiter.

Ben Tre 28.01.26

Was kann man eigentlich in Ben Tre machen? Wir wollten Räder mieten und am Fluss oder unter Kokosnuss Palmen herumfahren, tja das Problem dabei ist, dass weder unser Hotel noch irgendwer in der Nähe Fahrräder vermietet, daher erstmal ein Spaziergang.

Über die Brücke, zum Pier, wo die Boote für Ausflüge abfahren. Die Bootsführer lungern zwar alle auf ihren Booten rum, aber geschäftstüchtig sieht anders aus.

Eine WhatsApp Telefonnummer gibt mir ein Kapitän und damit kann man sich dann auf Englisch weiter durchwurschteln.

Doch lieber die Stadt erkunden

mit Markthalle

oder sich hinter den Riesen-Eiern verstecken?

Und Zack stehen wir wieder am Pier und sind genauso ratlos wie das französische Pärchen. Da ich ja schon den WhatsApp Kontakt habe, bekomme ich einen Flyer geschickt.

Eine Paddelboot Tour über 2 Stunden durch die Kokosnuss Palmen Kanäle. Zu viert nehmen wir das Angebot an und lassen uns mit dem Taxi zum Treffpunkt bringen.

Alleine hätten wir das Boot nie gefunden in diesem Dschungel, den man nur auf schmalen Wegen begehen kann.

Im Boot werden die üblichen vietnamesischen Hüte aufgesetzt und ab geht das Gedümpele unter dem  grünen Palmendach.

Wir sehen Eisvögel, einen auf Mäuse und Ratten Fang spezialisierten Heckenkuckuck, Gänse und eine  Hühnerfamilie im weißen Federkleid.

Unser Bootsführer bietet uns Wasserkokosnüsse an, ich wusste noch nicht einmal dass es dir gibt.

Bei Sonnenuntergang sieht der Palmenwald noch schöner aus.

Bleibt zu hoffen, dass die Tour, die wir für morgen gebucht haben, nicht dieselbe ist.

Mui Ne-Ben Tre 27.01.26

Das war eine sehr schweigsame 4,5 Stunden Fahrt bis ins Mekong Delta. Schon schwierig, wenn der Fahrer kein Englisch spricht und man nur mit der ÜbersetzungsApp kommunizieren kann. Das geht dann natürlich auch nur, wenn wir mal Pause machen, denn hier Auto zu fahren, verlangt Höchstkonzentration und man kann sich als Fahrer nicht noch mit seinen Gästen über eine App unterhalten.

Wir kommen also um 15 Uhr an dem geilen 5 Sterne Bunker an und ich habe die Club Suite gemietet mit mega Aussicht.

Die Freude hält so lange bis einem die Temperaturen in der Suite bewusst werden. Die Sonne steht auf der kompletten Fensterfront und macht den Raum zu einem Brutkasten. Ohne Klimaanlage geht hier gar nichts.

Beim Anschalten legt sich das Gerät so ins Zeug, dass man im Bett denkt man ist in ein Sturmtief geraten, alle Versuche das Gebläse etwas zu dämpfen sind fehlgeschlagen… Handtuch davor gehängt, Regenschirm aufgespannt, Sessel davor geschoben, …es bleibt bei der Wahl zwischen  zufrierender Hölle oder dem Brennglas.

Wir wechseln das Zimmer und haben jetzt eine 2 Zimmer Wohnung, die ist auch irgendwie gemütlicher und kühler.

Abends suchen wir nach einem Fahrradverleih, das gestaltet sich aber schwierig. Ben Tre ist kein Touristenort, wir fallen auf wie bunte Hunde.

Restaurants gibt es hier auch keine, zumindest nicht mit einer anderen Auswahl außer Pho Suppe. Im Supermarkt kaufen wir Haferflocken und Milch, das erinnert an Zuhause.

Auf dem Nachtmarkt kaufe ich noch zwei  Äpfel und zwei „na wer weiß es ?“

Ich wollte eigentlich eine Mango für Marcus, aber die waren alle knallhart und so wurden mir die unbekannten Früchte angeboten.

Mit Google ist das natürlich kein Problem herauszufinden, dass es sich um einen Zimtapfel, auch Rahmapfel, Süßsack, Zuckerapfel oder Rahm-Annone handelt.

Schmeckt wie eine Kreuzung aus Mango und Litschie, die schwarzen Kerne muss man aber ausspucken, vermute ich mal. Morgen probieren wir mal die haarige Frucht.

Mui Ne 26.01.26

Zuerst muss mal wieder der organisatorische Kram gemacht werden: Wäsche in die Wäscherei bringen, Geld abholen, neue Zahnpasta kaufen und eine private Fahrt ins Mekong Delta buchen.

Wir haben echt lange überlegt wie wir das mit der Weiterreise machen, zurück nach Ho Chi Minh mit dem Schlafbus, dann übernachten, am nächsten Tag weiter…aber so richtig Sinn hat das alles nicht gemacht. Ich habe dann den privatenTransport mit 100 US Dollar bezahlt. Morgen werden wir von einem Fahrer ca. 4-5 Stunden, genau 266 km von einer Hoteltür zur nächsten gefaren. Coole Sache.

Heute ist also ein normaler Urlaubstag, wir drehen eine Runde durch den Hotelgarten und  füttern die Hasen.

Dann springen wir kurz in unseren Hotelpool und gehen dann noch an den Strand.

Obwohl der Strand feinsandig und goldbraun ist, ist er nicht ideal für einen träumerischen Strandspaziergang, denn dauernd muss man auf die Drachen aufpassen. Entweder liegen die Seile am Boden oder ein Kitesurfer landet bzw. startet gerade mit seinem Drachen.

Wir chillen in der Beachbar und schauen dem Drachentreiben lieber von weitem zu.

Zurück zum Hotel machen wir ein Wettrennen, wer zuerst wieder am Hotel ist. Marcus bestellt per App den Rollerfahrer und ich verhandele mit seinem Kumpel. Los geht’s, mein Fahrer ist voll auf Kurs und braust mit mir an allen vorbei und ich bin zuerst am Hotel, Marcus kommt mit der Ausrede, es lag am Helm. Der passte nicht über seinen Hut. Wir geben den beiden gutes Trinkgeld und bestellen dann wieder den nächsten Transport zum Bach.

Diesmal ist kaum noch was los, Nana die Schlange gähnt, die Stühle werden hochgestellt und ein Verkäufer bietet uns im Tran Durian zum Kauf an und merkt dann selbst, welcher Tourist kauft schon eine Kotzfrucht.

Diesmal haben wir Zeit und gehen weiter im Bachbett, am Schuh-Friedhof vorbei, also ich. Marcus achtet nicht auf die Zeichen: viele Paare von Schuhen würden auf freiwilliges Ausziehen hindeuten, vermutlich Wellness, bei zahlreichen einzelnen Schuhen kann man direkt von einer Gefahr ausgehen.  Mit einem lauten Schmatzer verschlingt die Matsche Marcus Füße samt Crocs bis zum Knie.

Er kämpft noch rechtzeitig um seinen Schuh, während viele andere das wohl aufgegeben hatten und ihren zweiten auf dem Felsklotz zurückgelassen hatten, was will man auch nur mit einem Treter?

Bis zum Ende der Schlucht mit Wasserfall ist es nicht mehr weit.

Diesmal verlassen wir die Schlucht am Wasserfall,

( es gibt einen Ausstieg mit Treppe) und von der Oberkante können wir den roten Canyon fotografieren. Leider scheint die Abendsonne aus der falschen Richtung, also leider Canyon im Schatten.

Vor unserem Hotel ist ein Massagesalon, gefühlt stehen da immer hundert Paar Schuhe davor. Kein Wunder, es gibt eine einstündige Ganzkörper Massage zum Schnäppchenpreis  von 5,50 Euro.

Mir tut jetzt noch alles weh vom festen Zupacken der Minihände. Gleich heißt es wieder Tasche packen für die Weiterreise.

Mui Ne – Jeep Tour 25.01.26

Eigentlich hasse ich die Leute, die sich morgens schon Sachen auf dem Handy anschauen und sich dabei das Frühstück reinschaufeln.

Heute mache ich es selbst so, denn für mich ist das live event so spannend wie die Mondlandung.

„Als erster Mensch der Welt hat der Extremkletterer Alex Honnold ohne jegliche Absicherung den 508 Meter hohen Wolkenkratzer Taipei 101 in Taiwan erklommen. Der 40-Jährige kletterte das 101-stöckige Gebäude in anderthalb Stunden hinauf – ohne Seil, Klettergurt“ Es ist das Gebäude im Hintergrund.

Am Fernseher kann man kaum hinschauen, was er da tut, aber er schafft das schier Unmögliche und macht auf der Spitze des Taipei 101 erstmal ein Selfie von sich.

Dann bleibt also nur die Nachmittagstour mit Jeep für uns zu buchen. Ein einziger Laden scheint am Sonntagmorgen um 10.00 Uhr an einem Geschäft interessiert zu sein. Während der Vietnamese die Tour für 9 Dollar pro Nase zu erklären versucht, checkt Marcus die Preise im Internet, holt tief Luft und zeigt mir den 7 Dollar Preis bei dem anderen Vermittler auf dem Handy. „Du willst doch nicht wegen 2 Dollar verhandeln?“ Doch!

Ich tippe auf das vietnamesische Angebot und bezahle das geforderte Geld.

Um 13:30 Uhr werden wir abgeholt…und es passt alles, es wird eine Private Tour, der Jeep hellblau und Vu Nr.2, unser Fahrer,super nett.

Zuerst geht es zum kleinen Bach mit den schönen Ockerfarbenen Felsen.

Marcus lässt sich direkt eine Schlange umhängen und will damit eigentlich weitergehen, während er versucht rauszukriegen, wo vorne und hinten ist. Nana ist aber erst zwei Jahre alt und braucht ihren Mittagsschlaf.

Wir stapfen wie die vielen anderen Touristen in einer Polonaise durch das sandige Bachbett und sehen die ersten Felsen.

Es ist zu wenig Zeit für eine ausgiebige Fotodokumentation, denn das Fischerdorf Mui Ne wartet.

Auf der Weiterfahrt hält unser Fahrer am Meer an und lässt seinen Jeep zum Fotomotiv werden, perfekt mit unserem Outfit .

Mui Ne, das besonders durch seine Dünenlandschaft in weiß und rot bekannt ist, ist wirklich sehenswert.

Man wird nur an die Ausläufer der Dünen gebracht und für 20 Euro extra mit einem ATV auf die Spitze gebracht, alleine die Fahrt dort rauf macht voll Spaß.

Ich bin das zwar nicht auf dem Vehikel, es ist nur um eine Vorstellung davon zu haben.

Die weißen Dünen sind wirklich super schön.

Marcus macht mal wieder die Szenerie kaputt und läuft in die falsche Richtung…

Zum Sonnenuntergang sind wir bei den roten Dünen und rutschen mit den noch schnell mit Wachs präparierten „Schlitten“ die Dünen herab.

Marcus hat es voll drauf und slided so weit wie kein anderer.

Ne, was war das für ein schöner Tag heute hier in Mui Ne.

Ho-Chi-Minh-Mui Ne 24.01 26

Vietnam hat in der Nacht im Elfmeterschießen noch seinen 3. Platz im Asien-Cup gemacht und damit hatte niemand gerechnet. Gefeiert wird so etwas nicht mit einem Auto-Corso, sondern mit einem Roller- Corso. Wir bekommen Fotos aus Da Nang von unserem Fahrer Vu geschickt.

Einmalige Aufnahmen sind das.

Wir haben uns für unser nächstes Reiseziel die Business Class geleistet.

Mui Ne, die Stadt am Meer mit den farbenprächtigen Dünen, ist 188 km von Ho- Chi-Minh entfernt und wir brauchen dafür 4 Stunden. Zunächst geht es mit dem Zubringerbus 40 Minuten aus der Großstadt raus und dann heißt es nochmal Pipi machen und ab ins Bett.

Die Sleeper Busse haben mir Natalie und Svenja empfohlen, die mir bei der Vorbereitung der Reise mit Tipps zur Seite gestanden haben. Vielen Dank nochmal Mädels.

Jeder bekommt seine eigene Schlafkabine mit Vorhängen und Bildschirm. Ich ruckele mich noch etwas zurecht und dann bin ich im Lummerland. Marcus war anfangs nicht zufrieden mit seinem Schlafsessel, ist aber der erste, der laut schnarcht.

Sehr komfortabel ist das in einem Schlafbus, bei 9 Euro oder waren es 9 Dollar pro Person?

Der Busfahrer setzt uns sogar vor unserem Hotel ab. Ich wollte unbedingt ein Zimmer mit Meerblick und Balkon, da ist es.

Mui Ne ist der Ballermann der Russen, sehr günstig und perfekt auf die Landsleute zugeschnitten.  Marcus wird auch von den Händlern auf russisch begrüßt.

Windig ist es hier, so gar so sehr, dass es ein Paradies für Kite Surfer ist.

Die angestrebte Beach Bar entpuppt sich leider nur als Kite Surfer Schule und so gibt es einen Drink am Infinity Pool unseres Hotels.

Kleine Fledermäuse sausen hier rum und gehen auf Beutezug nach dem verschlafenen Tag.

Es könnten ruhigere Tage werden…hier am Strand. Dafür müsste aber der Wind etwas nachlassen.

Ho-Chi-Minh / Saigon 23.01.26

Großstädte sind nicht ganz so mein Ding, zumindest nicht bei über 30 Grad.

Wir verschaffen uns mit dem Hop on/off bei einer Stadtrundfahrt einen Überblick.

Viel Verkehr, viel Gewusel, hohe Hochhäuser, weniger echte Sehenswürdigkeiten, das merkt man auch beim Audioguide im Bus. Es gibt viele allgemeine Infos über Vietnam und noch mehr über Essen. Warum isst man Fledermäuse?

Beim Kriegsmuseum steigen wir aus, die Panzer, Waffen, Flugzeuge und Hubschrauber sind da noch irgendwie neutral, bei den Ausstellungen treibt es einem dann doch die Tränen in die Augen. Die meisten Fotografien sind zwar schwarz weiß, vermitteln aber trotzdem den Schrecken des Krieges und seine Folgen.

Ich kann das nicht, so viel Leid…ich geh wieder raus aus dem Museum und wünsche mir den Weltfrieden.

Unser nächster Halt ist Notre Dame, die Kirche mit Original Steinen aus Frankreich. Bei unserem Besuch ist sie komplett eingerüstet, daher hier die gekrückte Aufnahme.

Direkt gegenüber ist die alte Post.

Drinnen werden viele Karten und Briefe verfasst, meist von Touristen und auf dem Postweg nach Hause geschickt.

Mich fasziniert ja immer wieder das Rollerparksystem, es gibt hier auch komplette Parkhäuser nur für Roller.

Als eine Sehenswürdigkeit der Stadt gilt auch der Ben Thanh Market

und ich nutze direkt die Gelegenheit und kaufe mir eine Rolltasche von Salomon ( steht zumindest drauf). Schluss mit der Backpacker Romantik, das geht in meinem Alter echt nicht mehr. ( @ Carmen, wir haben eine neue gemeinsame Reisetasche- größer als vorher, die verschluckt quasi meinen Rucksack 😀)

An einer der Garküchen trauen wir uns die erste Pho Bo zu essen, die stundenlang gekochte Rindfleischsuppe.

Das war wirklich lecker, aber ein bisschen zu scharf für mich und dann habe ich 2 Stunden später den Salat. Ich bleibe auf jeden Fall im Hotelzimmer, während Marcus allein durch Saigon geht und davon erzählt am besten selbst.

„Schönen Dank für diese Erfahrung! Als Mann alleine hier, wird man ganz schön bedrängt. Nervige Taxifahrer und Verkäufer, Studentinnen, die Geld für kranke Kinder sammeln. Am schlimmsten sind aber die leicht bekleideten  Animierdamen aller Proportionen, die rund um unsere Hotelstraße lauern. Sie kamen mitunter zweimal im Rudel auf mich zu, packten mich am Arm und wollten alle nur mein Bestes, mein Geld!“

Wenn ich eine abgeschüttelt hatte, kam direkt die nächste an. Ich glaube die Dicke mit der tiefen Stimme zum Schluss war ein Ladyboy, der es bei mir versuchte!“

Pünktlich zum Anpfiff sitzen wir zusammen mit den anderen auf dem Boden und fiebern dem Spiel um Platz 3 der U23 beim Asia Cup mit. Vietnam gegen Südkorea, wer macht das entscheidende Tor?

Vietnam’s Torwart hält den ersten gefährlichen Ball aufs Tor. In der 30. Minute schießt Vietnam das erste Tor und ich habe es auf Video. ⚽

Angkor Wat – Ho Chi Minh Stadt  22.01.26

Um 4:30 Uhr koche ich mir einen Tee, sehr zum Missfallen von Marcus. “ Ich dachte du gehst einfach, so leise wie möglich!“ 20 Minuten später sitze ich bei dem Typen im Tuk Tuk und wir brennen durch, durch die Nacht von Angkor Wat. Die letzten Bardamen tanzen auf dem Tresen, während die Bässe dazu den Takt angeben.

Zwei Kinder schlafen auf einer Verkehrsinsel und die Hunde tragen Revierkämpfe aus.

Der Typ hält mit dem Tuk Tuk an und nickt mir zu, dass er auf mich warten wird. Es ist stockdunkel und nur die Handytaschenlampen flammen überall auf, Sternenförmig kommen die Leute zusammen, nur um „den Sonnenaufgang vor der Kulisse der Tempel“ zu sehen.

Ich bin mittendrin und schließe mich einem Guide und zwei Frauen an. Er erzählt noch von den Bohrlöchern in den großen Trittsteinen, die man zur Ladungssicherung gebohrt hatte. Zu viert gehen wir in den Tempel und können den Sonnenaufgang sitzend betrachten, während die Massen sich am Teich aufgereiht haben. Von dort bekommt man schließlich auch nur das perfekte Foto mit Wasserspiegelung. Für Marcus  war das Sonnenaufgangsbild eher eine Sekundenaufgabe  Dank KI, mit dieser Pflichterfüllung dreht er sich lieber im Bett von einer Seite auf die andere.

Die Atmosphäre kann er aber nicht mit KI erleben: die Menschen warten andächtig vor dem Weltkulturerbe, während die Affen durch die Bäume jagen und die Fledermäuse nach Hause zu ihren Tempeln fliegen. Das Glühen beginnt und die Vögel zwitschern dem Tag entgegen.

..ja und ab dann ist eigentlich alles nur noch Mist, kein Sonnenstrahl, der sich durch die Türme zwängt, es wird einfach nur hell. Die ersten Fotografen wittern ihre Chance und werben um Kunden. Den ersten frage ich, der zuckt nur die Schultern und geht weiter, beim zweiten scheine ich Erfolg zu haben. Die Spiegelreflex Kamera wird zur Seite geschwungen und das Handy rausgeholt.

Zwielichtige Geschäfte macht am besten in dunklen Ecken und so treffen wir uns im Schutze des Tempels wieder, verhandeln und der Deal läuft.

Mit einem Triumphgefühl geht die Fahrt mit dem Tuk Tuk zurück zur Schlafmütze, die aber schon ganz gespannt im Zimmer wartet.

Nach anfänglichen Schrottaufnahmen, zeige ich ihm dann meine Ausbeute.

Er kann es gar nicht glauben.

Die Traumaufnahmen hat mir der Fotograf geschickt, nachdem ich mir die besten auf seinem Handy ausgesucht hatte.

“ Dann hat es sich ja doch für dich gelohnt!

Ja, das  hat es sich, sehr sogar und der illegalen Drohnenflug über Angkor Wat war auch noch  im Paket enthalten.

Eine Stunde Massage ist noch drin, dann packen wir mal wieder die Koffer, die zusehends immer schwerer werden, bei meinem Rucksack knacken die Nähte der Trageriemen verdächtig.

Für Ho Chi Minh Stadt müssen sie aber noch reichen. Mit einer kleinen Propeller Maschine geht es um 16 Uhr hoch in die Luft

und über den größten See Südostasiens den Tonle Sap, dagegen ist der Bodensee eher eine Pfütze.

Am Flughafen in Ho Chi Minh dauert die Einreise gefühlt eine Ewigkeit und am Taxistand versucht man uns tatsächlich mit einer gefälschten Grab App reinzulegen. Marcus riecht den Braten ziemlich schnell und bestellt uns ein echtes Auto für 1/3 des Preises.

Nach Reis oder Nudeln haben wir in der 9 Millionen Stadt Hunger auf Steak, Kartoffelpüree und Salat, das Bier darf ruhig aus der Stadt stammen, das ist egal.

Zum Nachtisch gibt es die knusprigsten und köstlichsten Waffeln, die man sich vorstellen kann. Wir sind vom Duft angezogen worden und landeten bei der alten Strassenverkäuferin, die unerlässlich eine Waffeln nach der anderen backt. Wir geraten in einen Waffel-verspeisungsrausch und denken gleichzeitig : “ dann bis morgen wunderbare Waffelverkäuferin!

Rund um Angkor 21.01.26

Gebt uns mehr Tempel, wir haben schließlich den 3 Tages Pass für 62 US Dollar!

Die große Tempelrunde ist schon anders, weniger Touristen und mystische Tempel. Der erste Tempel versprüht direkt Atmosphäre…lange Jungle- Allee, Wassergraben drumherum und ein Entree mit Schlangengeländer, willkommen beim Preah Khan Tempel.

In diesem Tempel gibt schier endlose Gänge, die man glatt für einen Spiegel hält.

Selbst der Hund hat Ehrfurcht und posiert wie eine Sphinx.

Tempel Nr. 2 Neak Poan Tempel  ist eigentlich gar kein Tempel, sondern ein Krankenhaus, das man über einen Holzsteg erreicht. Der vorgelagerte See ist mit verblühten Lotusblumen

übersät und ist trotzdem ein Hingucker.

Das Krankenhaus liegt in der Mitte, umgeben von Wasser. Aus vier Speiern wird das Wasser symbolisch zum Haupttempel transportiert. Das Krankenhaus brauchte allein das besondere Wasser des Sees, denn ihm wurde heilende Wirkung zugesprochen.

Bei einem ersten Blick auf die Tiergestalten im Wasser vor dem Krankenhaus Tempel wird mir klar, warum man Nessie in Schottland nie mehr gesichtet hat. Es ist hier zu Stein geworden…so meine Vermutung.

Marcus KI Beschreibung zur Örtlichkeit erzählt jedoch von dem auffälligen fliegenden Pferd. Ach wer weiß schon, ob das wirklich stimmt.

Nächster Tempel Ta Som Tempel, dieser verspricht zunächst viel, aber man wird echt enttäuscht. Ein Feigenbaum hatte seine Wurzeln so um das Haupttor geschlungen, dass das arme Tor dem absterbendem Baum kaum noch Stand halten konnte.

COVID macht die Entscheidung leicht, die Wurzeln vom Gemäuer zu entfernen, es kam ja eh niemand vorbei. Heute sind die Besucher dann enttäuscht und die letzten Fotos von dem Wurzeltor steigen immer weiter im Preis.

Schön sind solche Dschungel Tempel trotzdem.

East Mebon, auch der Elefantentempel genannt, hat 8 steinerne Elefanten vorzuweisen, die noch sehr gut erhalten sind.

Immer eine neue Facette bei den Tempeln.

Banteay Samre Tempel, wird auch das Mini Angkor Wat genannt, da dieser Tempel ebenfalls diese besondere Lotusknospen Form hat.

Besonders gut wird ein Foto dieses Tempels mit den Mönchen in ihren orangen Roben.

Marcus gefällt mir noch besser .

Wir haben später beim Einstellen des Beitrages Probleme die vielen Tempel wieder auseinander zu halten.

Unser letzter Tempel ist der Pre Rup Tempel und die untergehende Sonne lässt ihn rot aufglühen.

Perfekt für eine Fotosession.

Hmm, ich glaube ich sehe inzwischen doppelt.

Waren auch echt viele Tempel heute.

Schön war’s, oder Marcus ?

Kulen Nationalpark 20.01.26

„Das Phnom Kulen-Gebirge liegt 30 Kilometer (19 Meilen) nördlich von Angkor Wat . Sein Name bedeutet „Berg der Litschis “.  Auf dem Gipfel des Gebirges befindet sich eine heilige Stätte.



In der Nähe dieser Berge liegt Preah Ang Thom , ein buddhistisches Kloster aus dem 16. Jahrhundert, das für seinen riesigen liegenden Buddha bekannt ist , den größten des Landes. „

Wikipedia erklärt unsere heutige Tour so, außer dass unser Wasserfall noch fehlt.

Marcus legt für heute direkt mal das Motto fest : „die Coolen fahren nach Kuhlen!“ und so benimmt er sich auch. Letzte Reihe im Bus reserviert er für uns, wie ein Schulklässler auf Klassenfahrt.

Die Strecke bis zum Nationalpark ist Kilometer mäßig nicht so weit, aber die 40 km geht es ganz schön lange über holprige Rotsandspisten.

Auf der Fahrt sehe ich einen schmucken Karnevalswagen mit Kolonne und beim Aussprechen schwant mir schon : Falsches Land, andere Tradition!“

Marcus vorwurfsvoller und zugleich amüsierter Blick sagt schon alles: “ das ist ne Beerdigung, das schreibst du in den Blog mit deinem Karnevalswagen!“

Unser erster Stopp sind die Klippen, auf den man richtig coole Fotos machen kann, also wenn man so cool ist wie ich.

Marcus verzieht sich lieber vor Scham in das Loch in den Felsen, das scheint ihm ungefährlicher.

Unser Guide meint, die Höhle ist der ideale Ort, um ein Gruppenfoto mit unseren Mitreisenden zu machen.

Ein wenig weiter gibt es einen Fluss, in dessen Bachbett unzählige Steinplatten mit großen Einkerbungen verbaut wurden. Da man mit dem Zählen dieser Platten dauernd durcheinander kam, hat man die Anzahl einfach auf 1.000 Lingas deklariert. Mit dieser Konstruktion konnte das Wasser von der Quelle direkt gesegnet werden und ist eine religiöse Arbeit zur Preisung von Shiva.

Die Quelle ist auch nicht weit. Aus einem Sanduntergrund blubbert das Wasser gespenstisch an die Oberfläche. Man kann das Blubbern durch Stampfen und Klatschen vergrößern. Die Tiefe der Quelle konnte man auch mit dem Nachstochern mit mehreren Bambusstangen nicht ermitteln.

Der Tempel, den wir nun besichtigen, verwirrt mich total, rechts die Hinduisten, links die Buddhisten mit dem riesigen Buddha.

Da ist es auch fast egal, dass Marcus wie ein Irrer dreimal auf den Gong haut, damit auch ja sein Wunsch in Erfüllung geht. Die Beule war aber schon vorher drin.

Nach dem Mittagessen kommt dann der Höhepunkt des Tages, der Wasserfall.

Wir müssen ein paar Treppenstufen hinuntersteigen, um den Badebereich zu betreten. Hier ist alles clever aufgebaut, Stahlkisten als Schließfächer 1 Dollar, Bretterbuden mit Kunstrasen ausgelegt als provisorische Umkleiden für 1/2 Dollar, Foto vom Fotografen pro Stück 1 Dollar.

Wir leisten uns alles, allerdings muss Marcus bei der Titanic Pose so lachen, dass ich vor Schreck meinen Bauch nicht mehr in Haltung bekomme, mag vielleicht auch das sogenannte „food- Baby“ gewesen sein.

Mir hat es aber schon gefallen, nach so vielen Jahren noch mal auf Händen getragen zu werden.

Wir runden den Tag noch mit einer Massage ab, so kann man entspannt einschlafen, müsste man nicht noch den heutigen Beitrag schreiben.